Donnerstag, 10. August 2017

Let us talk about: Angst


Ich möchte euch herzlich zum heutigen Beitrag begrüssen – er ist völlig unerwartet entstanden, als ich einen Artikel auf einem anderen Blog gelesen habe. 
Mir wird es immer wichtiger, mich mit anderen auszutauschen und dafür sollte man ab und an auch auf anderen Blogs stöbern und kommentieren; aber darum soll es heute nicht gehen.


Der heutige Beitrag soll sich um das Thema Angst drehen! Die liebe Kristina von Lifestyle Confidence hat eine Blogparade dazu ins Leben gerufen und ich habe mich sofort angesprochen gefühlt. Schaut doch unter folgendem Link bei ihr vorbei: *hier geht es lang*
Also sitze ich nun hier und tippe den Beitrag, den ihr nun lest.

Angst… Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch in seinem Leben Angst verspürt – mal mehr, mal weniger. Und das ist auch gut so! Angst bewahrt uns vor Gefahren, warnt uns davor, ernsthaft verletzt oder gar getötet zu werden.
Doch was tun wir, wenn die Angst überhandnimmt? Wie sollen wir damit umgehen, wenn die Angst unser Leben anfängt zu beeinflussen? Was, wenn unser Gehirn nicht mehr so funktioniert, wie es die Natur angedacht hat? Was, wenn die Angst zu unserem Lebensinhalt wird und unser Denken so beeinflusst, dass wir manche Dinge nicht mehr klarsehen können?

Das sind Fragen, die mich in den letzten Wochen und Monaten stark beschäftigt haben und es auch weiterhin tun. Bei meiner Diagnose, schwere Depressionen mit Angststörungen, habe ich mich im ersten Moment gefragt, wo meine Therapeutin die Angst sieht. Ich konnte es nicht verstehen… Doch nachdem ich mit Hilfe der Therapie die Depression soweit unter Kontrolle habe, dass ich wieder klare Gedanken fassen kann, muss ich zugeben, dass ich die Diagnose inzwischen verstehe.

Wie oben schon gesagt, Angst gehört zum Leben und im gesunden Mass, hat sie ihre Berechtigung und kann uns schützen. Aber über diese Angst möchte ich nicht reden. Ich möchte über die Angst reden, die all die Fragen aufgeworfen hat (und noch mehr), die ich oben aufgelistet habe.

Angststörungen treten in allen möglichen Formen auf; manche schleichend, manche sind einfach da. Und manchmal kann man sie sich nicht erklären, manchmal schon. In meinem Fall kann ich zum Teil nachvollziehen, woher meine Ängste kommen und doch kann mein Verstand es nicht zu 100 % begreifen.


Zu Beginn meiner Therapie war die Angst so stark ausgeprägt und durch die Depression verstärkt, dass ich täglich mehrmals ein Engegefühl gespürt habe. Das hat Angefangen mit Herzrasen und einem Druck auf der Brust und hat sich so weit entwickelt, als würde jemand die Hand um meinen Hals legen und zudrücken. In diesen Momenten war die Angst so mächtig, dass man sie schon als Panik bezeichnen konnte! Inzwischen bin ich über diese Stufe hinweg und unheimlich froh darüber; aber ich möchte nicht sagen, dass solche Situationen in Zukunft gänzlich ausgeschlossen sind. Man weiss nie, wann einen die Angst überfällt.

Ansonsten äussert sich meine Angst vor allem in meinen Gedanken und beeinflusst mein Sein, mein Denken, mein Handeln… Also alles, was mich ausmacht. Ich habe Angst davor, nicht genug zu sein; Angst, nie geliebt zu werden und bis ins hohe Alter allein sein zu müssen; Angst, von den Menschen schrägt angesehen und aufgrund meines Gewichtes verurteilt zu werden; Angst, dass mich (vor allem Männer) als hässlich betrachten; Angst, nicht liebenswürdig zu sein; Angst, meine Krankheit nicht besiegen zu können; Angst, immer so zu sein, wie ich jetzt bin und von mir gewollten Änderungen nicht umsetzen zu können; Angst, alles falsch zu machen; Angst, nicht intelligent zu sein; Angst, eine Versagerin zu sein; Angst, mein Leben nicht in den Griff zu bekommen; Angst, dass die Depression und die Angst mein Leben bestimmt; Angst, nie wirklich glücklich zu sein; usw.

Es sind eine Menge Ängste… In der Tat… Und sie bestimmen mein Denken immens! Sie haben Einfluss auf meinen Alltag, auf meine Gesundheit. Und ich möchte das im Prinzip nicht, aber ich fühle mich hilflos und machtlos. Es sind Dinge, die ich während der Therapie auf jeden Fall aufarbeiten werde und ich will einen Weg finden, wie ich besser damit umgehen und leben kann. Ich weiss nicht, wie gut das klappen wird und ich weiss nicht, wie viel Zeit es in Anspruch nehmen wird. Doch das soll keine Rolle spielen. Ich habe den Willen und den Mut, es anzugehen.
Ich will mich nicht länger von der Angst beherrschen lassen! Ich möchte meinen Weg gehen und positiv in die Zukunft schauen können. Ich möchte wissen, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein. Und das kann nur gelingen, wenn ich die Angst unter Kontrolle bekomme.

Meine Gedanken in die richtigen Worte zu fassen fällt mir unheimlich schwer, aber mir ist es ein Anliegen, diesen Post zu schreiben und euch einen kleinen Einblick in das Thema zu geben. Vielleicht werde ich den ein oder anderen Post dazu noch verfassen – lasst mir doch eure Ideen und Anregungen da, wenn euch etwas einfällt oder ihr etwas genauer wissen wollt.


Wie geht ihr mit dem Thema Angst um? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder ist für euch ein eher ‘unwichtiges’ Thema? Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen.

Eure Proserpina

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